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      Bei seiner Forschung orientiert sich das IZS am Wissensbedarf in der Praxis. Durch die Einbettung in einen theoretischen und methodischen Rahmen werden aus diesem Bedarf Forschungsfragen und Forschungsprojekte mit europäischer, nationaler oder regionaler Reichweite entwickelt.

        Skizze Haus, schwarz
        Skizze vom Umbau des Hauses in schwarz mit roten Änderungen
        Skizze von Haus in schwarz, Skitte der Gestaltung des Freiraums zwischen den Häusern in rot,

        Abbildung: Visualisierung möglicher Eingriffe in die Bausubstanz v.l.n.r.: Erhaltung Status-quo (0); Neubau Dachgeschoss/ Aufstockung (6); Ersatzloser Abbruch und Gestaltung der Freifläche (12) (Quelle: Stadt Görlitz)

        Lausitz-Projekt - Wissenschaftliche Unterstützung und Begleitung der Transformation in der Lausitz

        Problemhintergrund
        Durch die im Zuge der globalen Erderwärmung veranlasste Energiewende hat sich Deutschland zur Erreichung seiner klimapolitischen Ziele vorgenommen, seinen Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß zu senken. Für die Lausitz, eine Region mit Jahrzehnten der Erfahrung in der Förderung und Nutzung von Braunkohle, bedeutet dies den absehbaren Ausstieg aus der Braunkohleförderung und -verstromung mit all seinen Begleiterscheinungen. Damit wird die Region abermals vor die Herausforderung gestellt, einen tiefgreifenden sozio-ökonomischen, ökologischen und kulturellen Strukturwandel zu vollziehen. Gleichwohl ergibt sich für die Lausitz neben zahlreichen Herausforderungen ebenso die Chance für eine umfassende Transformation zu nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsformen.

        Ziel | Fragestellung
        Ziel des vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung umgesetzten Projektes ist die Erfassung und Förderung des Transformationspotentials in der Lausitz auf der Grundlage seiner langjährigen Erfahrungen in der Erforschung von Nachhaltigkeitstransformations- und Strukturwandelprozessen in Städten sowie Bergbaufolge- bzw. Altindustrieregionen. Das zentrale forschungsleitende Erkenntnisinteresse des Projektes folgt somit der Fragestellung, welche Ansatzpunkte zur Stärkung einer kleinteiligeren, diversifizierteren und attraktiveren Wirtschafts- und Sozialstruktur sowie zu einer dauerhaft umweltgerechten Entwicklung in der Region bereits existieren und welche Wege zur Weiterentwicklung, Erprobung und Umsetzung gangbar erscheinen. Dazu wird neben vorhandener Sachkenntnis und Initiative vor Ort auch externe Expertise aus Wirtschaft und Wissenschaft eingebunden, so dass sowohl eine nationale als auch internationale Perspektive Berücksichtigung finden.

        Aus diesem prinzipiellen Erkenntnisinteresse ergeben sich folgende Fragestellungen, die die Arbeit des Projekts leiten:

        • Welche Ideen bzw. Visionen sind geeignet, einen auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Transformationsprozess in der Lausitz inhaltlich (und in der Folge gesellschaftspolitisch) tragen zu können?
        • Wie werden diese Ideen (diskursiv/politisch/prozedural etc.) im Zuge des Strukturwandels handlungsleitend gemacht?

        • Wie werden solche Prozesse der Regionalentwicklung aus einer Governance-Perspektive heraus politisch-gesellschaftlich gesteuert und welchen Wandel erfahren diese Steuerungsmechanismen womöglich vor dem Hintergrund der untersuchten Herausforderungen?

        Ansatz | Methodik
        Der Ansatz des Projektes folgt der grundlegenden Leitlinie des IÖR, angewandte Forschung zum Nutzen der Region zu unternehmen und gewonnenes Wissen wieder in die gesellschaftliche Praxis zu transferieren. Das schließt ein, den in der Gesellschaft der Lausitz bestehenden Widersprüchen und Zielkonflikten in den Vorstellungen bezüglich der zukünftigen Entwicklung der Region Rechnung zu tragen und diese regionale Heterogenität bewusst in der Forschungsarbeit zu berücksichtigen und abzubilden. Mit Blick auf das forschungspraktische Vorgehen folgt das Arbeitsprogramm einem Dreischritt:

        • (1) Erfassung regionaler/lokaler Innovationen, Ideen und Strategien zur zukunftsfähigen Entwicklung der Lausitz

        • (2) Reflexion, Erprobung, Anreicherung dieser Ideen unter Einbeziehung der Initiativen vor Ort und externer Expertise

        • (3) Einspeisung der Erkenntnisse in politische Entscheidungsgremien auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene

        Dabei wird sich die Projektarbeit – die sowohl die sächsische als auch die brandenburgische Lausitz einschließt – anfangs auf die Erfassung regionaler/lokaler Ideen konzentrieren und dazu methodisch auf teilnehmende Beobachtungen, Befragungen/Interviews sowie Medien- bzw. Gutachtenanalysen zurückgreifen in der Absicht, zu einem präzisen Bild der Lausitzer Ideen- und Akteurslandschaft zu gelangen. Hieran schließt sich die Reflexion, Erprobung, Anreicherung dieser Ideen an, wobei hier tiefergehende Recherchen, Studienreisen, die Einrichtung thematisch uns räumlich begrenzter Experimentierfelder und die Einberufung eines wissenschaftlichen Expertengremiums geplant sind. Zudem werden bei Bedarf weitere externe Fachleute eingebunden, um auch über die Lausitz hinausgehende nationale und internationale Erfahrungen mit Strukturwandelprozessen und regionalen Entwicklungskonzepten in die Projektarbeit einzubinden. Parallel zum Forschungsprozess vollzieht sich die Einspeisung der gewonnenen Erkenntnisse in politische Entscheidungsgremien, wobei bestehende und zu vertiefende Kontakte den Wissenstransfer auf die politische Bundes-, Länder- und kommunale Ebene gewährleisten.

        Laufzeit | Finanzierung | Kooperation
        Das Projekt hat eine Laufzeit von 10/2018 bis 09/2021 und wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert. Die Projektarbeit ist angelegt in Kooperation mit der Zukunftswerkstatt Lausitz (ZWL) und dem Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam, wobei jeder der Kooperationspartner seine Projektarbeit in enger Abstimmung mit den Partnern eigenständig konzipiert, durchführt und verantwortet.

        Kontakt
        Prof. Dr. Robert Knippschild (r.knippschild[...]ioer.de)
        Dr. Sebastian Heer (s.heer[...]ioer.de)
        Dr. Antje Matern (a.matern[...]ioer.de)   

        Weiterführende Informationen

        Praxisorientierte Handreichungen

        REVIVAL! - Revitalisierung der historischen Städte in Niederschlesien und Sachsen

        Ausgangslage
        Südwestpolen und Ostsachsen sind geprägt von einer Vielzahl an Klein- und Mittelstädten mit besonderem baukulturellem Wert. Gleichzeitig sind diese Städte besonders betroffen vom demographischen und sozioökonomischen Wandel. Neubautätigkeiten finden oftmals an den Stadträndern statt, während die historischen Innenstädte zunehmend ihre Nutzungen verlieren – trotz enormer Erfolge bei der Modernisierung der Infrastruktur und des Gebäudebestandes. Leerstände von Wohn- und Geschäftsgebäuden im Stadtzentrum stellen zum einen eine Bedrohung für die historische Bausubstanz dar und führen zum anderen zum Verlust wichtiger städtischer Funktionen, die das Stadtzentrum als Ort von Kultur, Handel und Begegnung traditionell innehat. Bei einer zunehmenden Bedeutung weicher Standortfaktoren (z. B. Freizeitwert, kulturelles Angebot, Image) für Wohnortentscheidungen und Unternehmensansiedlungen ergeben sich aus beiden Faktoren ein drohender Attraktivitätsverlust und regionale Standortnachteile für das betroffene Gebiet. Eine Chance für die Klein- und Mittelstädte in diesem deutsch-polnischen Grenzgebiet liegt jedoch in der zunehmenden Überlastung der Agglomerationen Wrocław und Dresden (z. B. angespannte Wohnungsmärkte, zunehmende Umwelt- und Verkehrsprobleme) und einem damit verbundenen, wieder erweckten Interesse an kleineren Städten. Insbesondere die historischen Klein- und Mittelstädte im Fördergebiet sind für eine Renaissance gut ausgestattet: mit ihrer attraktiven Bausubstanz und den historisch kompakten, städtischen Strukturen im Zentrum bieten sie geeignete Rahmenbedingungen für eine bauliche und gesellschaftliche Revitalisierung zu Zeiten europaweit verstärkter (Re-)Urbanisierungsprozesse.

        Ziel

        Personen bei Stadtführung, Blick auf Tafel mit Informationen zur Altstsanierung in Görlitz
        Stadtrundgang in Görlitz mit den Projektpartnern im Dezember 2018
        (Foto: IZS Görlitz)

        In der historischen Entwicklung, der Stadtstruktur, der demographischen und sozioökonomischen Entwicklung, den baukulturellen und touristischen Potenzialen aber auch in der wirtschaftlichen Strukturschwäche und den drohenden funktionalen Verlusten weisen die Städte im Grenzgebiet ähnliche Potenziale und Herausforderungen auf. Das Projekt "REVIVAL! - Revitalisierung der historischen Städte in Niederschlesien und Sachsen" zielt darauf ab, diese Herausforderungen zu bewältigen und die Entwicklungschancen der Klein- und Mittelstädte durch den Erhalt des kulturellen Erbes und eine Stärkung der Innenstädte besser zu nutzen. Hierdurch soll eine Steigerung der Attraktivität des Fördergebietes für die ansässige Bevölkerung, Zuzügler, Touristen und für potenzielle Unternehmensansiedlungen und Fachkräfte erreicht werden. Durch die Stärkung der historischen Innenstädte leistet das Projekt einen Beitrag zur Begrenzung des Flächenverbrauchs durch gewerbliche Nutzungen sowie Wohnungsbau an den Stadträndern und damit zum Schutz des Naturerbes im Fördergebiet.

        Projektmaßnahmen

        In den insgesamt zehn Partnerstädten des Projekts auf deutscher und polnischer Seite der Neiße wird jeweils ein Aktionstag "Lebendige Innenstadt" die historischen Zentren beleben, neue Aufmerksamkeit generieren und Entwicklungsperspektiven aufzeigen. Zehn Pilotmaßnahmen, die von jeder Stadt individuell und an die Bedürfnisse angepasst geplant und umgesetzt werden, dienen dem Erhalt, der Entwicklung und der besseren Zugänglichkeit des kulturellen Erbes, bringen es ins Bewusstsein der Bevölkerung und machen es attraktiv für Touristen. Eine Wanderausstellung zeigt Geschichte und gegenwärtiges Potenzial der Innenstädte sowie die bereits erzielten Revitalisierungserfolge. Ein Geocaching-Spiel ermuntert die Bevölkerung und Touristen zu Erkundungstouren auf den Spuren des kulturellen Erbes im Grenzraum. Eine studentische Herbstschule bringt neue und kreative Ideen in die Region.

        Forschungsfragen und Methodik

        Im Projekt "REVIVAL! - Revitalisierung der historischen Städte in Niederschlesien und Sachsen" sollen Ansätze zur Belebung historischer Innenstädte in der Praxis erprobt werden. Begleitend befasst sich das Projekt mit der methodisch-theoretischen Weiterentwicklung vorhandener wissenschaftlicher Ansätze zur Erfassung von Lebensqualität und Urbanität in historischen Klein- und Mittelstädten als zunehmend bedeutsame weiche Stadtortfaktoren bei Wohnort- oder Unternehmensstandortentscheidungen. Dabei sollen auch die Vorstellungen und Erfahrungen der Partnerstädte gerade in Hinblick auf die Bedeutung ihres kulturellen Erbes als weicher Standortfaktor mit einfließen. Es stellt sich schließlich die Frage, wie es konkret um die Lebensqualität und die Urbanität in den Partnerstädten bestellt ist. Welche Vorteile gibt es bereits im Vergleich mit den zunehmend überlasteten Großstädten im Umland? Wo liegen gegenwärtig Herausforderungen und welche Entwicklungspotenziale bestehen? Auf Basis dieser übergeordneten Fragestellungen sollen zehn einzelne, kommunale Strategien für die Partnerstädte sowie eine Gesamtstrategie für das Fördergebiet zum Erhalt des kulturellen Erbes und zur Attraktivitätssteigerung und Belebung der Innenstädte entwickelt werden, die bei zukünftigen politischen Entscheidungen als Handlungshilfe herangezogen werden können.

        Logo Interreg_Polska-Saksonia_EN

        Das Projekt mit dem Gesamtwert von 1 032 906 Euro wird mit einem Anteil von 85% durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des EU-Kooperationsprogramms INTERREG Polen – Sachsen 2014-2020 gefördert.

        Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), vertreten durch das in Görlitz ansässige Interdisziplinäre Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS), betreut das Projekt als Lead Partner. Zu den wissenschaftlichen Partnern zählen weiterhin die TU Dresden (IHI Zittau), ebenfalls vertreten durch das IZS in Görlitz, sowie die Woiwodschaft Niederschlesien, vertreten durch das Instytut Rozwoju Terytorialnego (IRT) in Wrocław. Auf deutscher Seite sind die vier Städte Bautzen, Görlitz (vertreten durch die Europastadt Görlitz/Zgorzelec GmbH), Reichenbach und Zittau beteiligt, auf polnischer Seite die Städte und Gemeinden Bolesławiec, Gryfów Śląski, Kamienna Góra, Lubawka, Lubomierz und Żary.

        https://izs-goerlitz.ioer.de/fileadmin/Bilder/projekte/DSC_0028-a.png
        Gruppenbild der Projektpartner (Foto: IZS Görlitz)

        Projektlaufzeit: 10/2018 – 09/2020

        Weitere Informationen auf der Projektwebseite: http://revival.ioer.eu

        Stadt auf Probe - Wohnen und Arbeiten in Görlitz

        https://izs-goerlitz.ioer.de/fileadmin/Bilder/projekte/IMG_0150.JPG
        Foto: R. Knippschild, IÖR-Media

        Die Stadt Görlitz bietet ein großes und breit gefächertes Angebot an Wohn- und Arbeitsraum zu moderaten Preisen, ein attraktives Umfeld durch ein breites Kulturangebot, ein historisches Stadtbild, bereits vorhandene Netzwerke der Kreativwirtschaft, ein internationales Umfeld durch die Grenzlage sowie ein positives Image ("Görliwood", "Schönste Stadt Deutschlands", "Europastadt"). Gleichzeitig ist sie von den Folgen des demografischen Wandels und des wirtschaftlichen Strukturwandels betroffen und sucht nach Strategien der langfristigen Stabilisierung und Revitalisierung insbesondere der historischen Innenstadt sowie zahlreicher Industrie- und Gewerbebrachen.

        Die Stadt steht damit stellvertretend für Herausforderungen, vor denen zahlreiche Mittelstädte in Deutschland stehen. Während sie aufgrund von tiefgreifenden Umwandlungsprozessen in den letzten Jahren einen immensen Bevölkerungsverlust erfahren haben, erfreuen sich seit Mitte der 2000er-Jahre  Großstädte und Großstadtregionen großer Beliebtheit. Doch hier werden verstärkt Überlastungseffekte deutlich, die steigenden Bevölkerungszahlen führen zu einer zunehmenden Anspannung auf dem Wohnungs- und Gewerbeflächenmarkt sowie zu höheren Verkehrs- und Umweltbelastungen.

        Im Projekt „Stadt auf Probe – Wohnen und Arbeiten in Görlitz“ soll ein Ansatz analysiert werden, wie die Potenziale einer Mittelstadt genutzt und gefördert werden und damit Gegenentwürfe zu Abwanderung, Leerstand und einem weiteren Bedeutungsverlust der Städte entstehen können. Es stellt sich die Frage, welches Potenzial für eine Revitalisierung insbesondere peripher gelegenen Mittelstädten zukommt, die jedoch mit günstigen weichen Standortfaktoren ausgestattet sind. Unter welchen Bedingungen kann sich aus den genannten Trends der Stadtentwicklung in Deutschland eine Renaissance der Mittelstädte ergeben? Mit welchen Ansätzen kann die nationale Stadtentwicklungspolitik dieses Potenzial stärken und nutzen?

        Im Rahmen des Projektes werden für einen begrenzten Zeitraum ein kostenfreies Probewohnen und Probearbeiten in der Stadt Görlitz angeboten. Das Projekt konzentriert sich dabei auf eine Personengruppe, die standortungebunden ist, z. B. freiberuflich und evtl. in der Kreativwirtschaft arbeitet, und die für die Stadt Görlitz als Wohn- und Arbeitsstandort begeistert werden soll. Gleichzeitig können mit dem Projekt bereits vorhandene Netzwerke der Kreativwirtschaft in der Stadt gestärkt werden. Interessierte aus der genannten Zielgruppe bekommen für einen Zeitraum von vier Wochen jeweils kostenfrei eine Probewohnung sowie einen Probearbeitsraum zur Verfügung gestellt, um ihrer freiberuflichen Erwerbstätigkeit nachgehen zu können. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung sollen Wünsche und Erfahrungen dieser Zielgruppe mit Blick auf Empfehlungen für die künftige Stadtentwicklung in Görlitz analysiert werden.

        Das Projekt wird im Rahmen der „Nationalen Stadtentwicklungspolitik“ vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) / Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) gefördert. Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR), vertreten durch das in Görlitz ansässige Interdisziplinäre Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS) setzt das Projekt gemeinsam mit den Partnern KommWohnen Service GmbH, dem Amt für Stadtentwicklung der Stadt Görlitz sowie den Görlitzer Initiativen KoLABORacja e. V., Kühlhaus e. V. und Wildwuchs e. V. um. Weitere lokale Initiativen und Netzwerke unterstützen das Vorhaben.

        Weitere Informationen zu Projekt und Bewerbung unter: http://stadt-auf-probe.ioer.eu

               

        Projektlaufzeit: 07/2018 – 12/2020

        Stadtumbau im Spannungsfeld zwischen Revitalisierung und Denkmalschutz: Stadtumbau-Matrix Görlitz

        Straßenzug in Görlitz
        Foto: Robert Knippschild / IÖR

        In den vergangenen 25 Jahren wurden in Görlitz ca. drei Viertel des städtebaulich wertvollen und denkmalgeschützten Baubestandes saniert. Massive Einwohnerverluste haben jedoch zu Leerständen geführt, die auch durch die derzeit zu verzeichnenden und prognostizierten Bevölkerungszuwächse nicht kompensiert werden können. Städtebauliche Missstände und soziale Segregation bestehen in einigen Stadtteilen fort.

        Daher sind neue und hochwertige Nutzungen in den Bereichen Wohnen, Handel, Dienstleistungen, Gewerbe erforderlich, für die durchaus ein Bedarf besteht. Diese lassen sich jedoch innerhalb der bestehenden Hausgrundrisse nicht oder nur mit erheblichen Eingriffen in die Bausubstand realisieren. Dabei ist das Ziel der Stadtentwicklung, die Stadt in ihrer Größe und Struktur zu erhalten.

        Mit Hilfe einer sogenannten Stadtumbau-Matrix wurde eine einfach anwendbare Leitlinie geschaffen, um den Wohnungs- und Gebäudebestand im Einklang mit dem Denkmalschutz zu optimieren sowie neue Mieterklientel und neue Nutzungen anzuziehen, indem andersgeartete Nutzungsbedarfe zugelassen werden. Mithilfe der Matrix sollen Entscheidungen unterstützt und transparent gemacht werden, inwieweit in die bestehende Bausubstand eingegriffen werden kann bzw. welche Nutzungen in denkmalgeschätzten Gebäuden denkbar sind.

        Ziel des Projektes ist die Begleitung der Erprobungsphase der Stadtumbau-Matrix durch eine Bewertung der Methodik und deren Anwendung in Entscheidungsprozessen. Dabei soll die Frage beantwortet werden, ob die Stadtumbau-Matrix ein geeignetes Bewertungsinstrument im Umgang mit potenziellen Konflikten zwischen Revitalisierung von Innenstädten und Denkmalschutz ist.

        Die folgenden Arbeitsschritte sind vorgesehen:

        • Erfassung der Stadtumbau-Matrix als Instrument zur Bewertung des Gebäudebestandes, zur Herstellung von Transparenz im Stadtumbau-Prozess sowie zur Unterstützung von Entscheidungen im Konflikt zwischen Revitalisierung und Denkmalschutz
        • Bewertung / Einschätzung der Stadtumbau-Matrix im Hinblick auf ihre methodisch-inhaltliche Funktionalität sowie institutionell-prozesshafte Umsetzung
        • Ableitung von Verbesserungsvorschlägen für die Stadt Görlitz

        Laufzeit: 02/2017 – 06/2018