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Auftakt Wissenschaftsregion Lausitz

Forschungsansätze für einen Strukturwandel, die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis sowie die Frage, welche Anforderungen sich an einen Leitbildprozess zur Transformation in der Lausitz stellen– diesen Themen widmeten sich im Oktober zwei Veranstaltungen, zu denen das Interdisziplinäre Zentrum für ökologischen und revitalisierenden Stadtumbau (IZS) nach Görlitz eingeladen hatte.

Am 28. Oktober war das IZS in Görlitz Gastgeber des zweiten Vernetzungstreffens der sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung in der Lausitz. Bei dem Treffen von Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Lausitz im Schlesischen Museum zu Görlitz standen ein enger Austausch über Forschungsansätze und -zugänge sowie die Vernetzung der Forschenden im Mittelpunkt. Dazu wurden im Plenum und Arbeitsgruppen Herangehensweisen an Fragestellungen diskutiert, die sich auf den laufenden Strukturwandelprozess der Lausitz beziehen, sowie die Rolle der sozialwissenschaftlichen Forschung im Prozess erkundet. Diskutiert und angestoßen wurden auch Projekte, wie etwa die Einrichtung eines Lausitz-Blogs oder einer Veranstaltungsreihe, die als gemeinsame Aktivitäten umgesetzt werden sollen. Das Netzwerk trifft sich halbjährlich an unterschiedlichen Orten in der Region. Das nächste Treffen wird im Mai 2020 in Cottbus stattfinden.

Einen Tag später schloss sich ein Fachkolloquium an, dessen Grundlage das BMBF-Vorhaben „Transformationsprozess im Rahmen des Ausstiegs aus der Braunkohleförderung in der sächsischen und brandenburgischen Lausitz“ des IZS bildete. Das IZS-Projektteam um Prof. Robert Knippschild stellte seinen Forschungsansatz und den aktuellen Projektstand vor. Die anwesenden Wissenschaftler*innen sowie Praktiker*innen aus der Region und von außerhalb hatten anschließend Gelegenheit, beides mit dem Projektteam zu diskutieren. Die Übertragbarkeit der Forschungsansätze zur Nachhaltigkeitstransformation wurde dabei ebenso kritisch reflektiert wie die Konzeption der Lausitz als eine Region. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem regionalen Strukturwandelprozess wurde im Kolloquium durch zwei externe Inputvorträge bereichert: Dr. Lea Fünfschilling von der Lund University in Schweden referierte über Anforderungen und Erfolgsbedingungen transformativer Innovationspolitik für einen Wandel in strukturschwachen Räumen. Sie bezog hierbei besonders kritisch Stellung zum allgemeinen Verständnis der Begriffe Strukturstärke und Strukturschwäche. Dr. Philipp Späth von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sprach über die Rolle und Anforderungen an einen Leitbildprozess zur Transformation in der Lausitz. Er stieß damit einen interessanten Diskurs über die aktuellen Entwicklungen und Erwartungen an den Leitbildprozess in der Region an. 

Das Projektteam konnte aus beiden Veranstaltungen eine Vielzahl an Impulsen mitnehmen, die für den weiteren Forschungsprozess förderlich sind. Besonders die kritische Diskussion zur Übertragbarkeit von Theorieansätzen auf die Lausitz und das Beleuchten möglicher Herausforderungen zwischen kurzfristiger Handlungsnotwendigkeit und langfristigen Transformationsbedarfen wurde nicht nur im Team, sondern auch in den Rückmeldungen der wissenschaftlichen Akteure und Akteurinnen der Region als sehr zielführend empfunden.

Weitere Informationen zum IZS-Projekt „Transformation Lausitz“

Kontakt im IÖR/IZS:
Prof. Dr. Robert Knippschild, E-Mail: R.Knippschild[...]ioer.de
Dr. Sebastian Heer, E-Mail: S.Heer[...]ioer.de
Dr. Antje Matern, E-Mail: A.Matern[...]ioer.de

Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Lausitz diskutieren beim Vernetzungstreffen im Schlesischen Museum zu Görlitz. (Foto: J. Theuner/IÖR-Media)