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In der Vorgängereinrichtung, dem Görlitz Kompetenzzentrum Revitalisierender Städtebau, wurden in Zusammenarbeit mit der Stiftungsprofessur Stadtumbau und Stadtforschung der TU Dresden, unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer zahlreiche Forschungs- und Transferprojekte durchgeführt. Folgend werden ausgewählte Projekte vorgestellt.

Die Projekte

Energy Efficiency for European Cultural Heritage (3ENCULT)

EU-Kooperationsprojekt im 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union (Projektbaustein WP 7 Design Tools & Quality Assurance)

Laufzeit: Oktober 2010 – März 2014

Bearbeitung: Alexa Bodammer, Benno Brandstetter

Kurzbeschreibung: Koordiniert vom Institut für Erneuerbare Energien der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) arbeiteten 23 Partner aus verschiedenen europäischen Ländern an Strategien, wie die Energieeffizienz in historischen Gebäuden in Städten gesteigert werden kann. Neben Aspekten von Klimatechnik und Wohn- bzw. Nutzungskomfort wurden dabei auch Fragen des Denkmalschutzes betrachtet. In einem Teilprojekt, welches das Görlitz Kompetenzzentrum bearbeitet hat, wurden der städtische Kontext und die Möglichkeiten zur Energieeffizienz auf Quartiersebene erforscht. Die historischen Bestände der Altstädte und gründerzeitlichen Stadterweiterungen standen dabei im Mittelpunkt.

Ausgangspunkt bildete die Annahme, dass Maßnahmen zur Energieeffizienz auf Quartiersebene zu insgesamt verträglicheren und effizienteren Lösungen für die historischen Bestände führen, und sensible Einzelobjekte durch diese profitieren. Siedlungsstrukturen und deren energetische Ausgangssituation wurden in Zusammenspiel mit städtebaulichen und denkmalpflegerischen Werten gesetzt. Wert- und Wirkungszusammenhänge auf gesamtstädtischer Ebene aufzuzeigen ist sinnvoll, um eine integrierte Planung unter den Gesichtspunkten Baukultur und Energieeffizienz zu ermöglichen. Die identifizierten raumrelevanten Aspekte, die zu einer Energiereduzierung beitragen können, wurden schließlich beispielhaft auf die Stadt Görlitz übertragen.

Report On Integrated Planning Procedures For Low Emission Concepts In Urban Cultural Heritage Context (PDF)

STADTerPROBEN

Modellvorhaben der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), heute BMUB)

Laufzeit: August 2012 – Oktober 2013

Bearbeitung: Benno Brandstetter, Anna Olbrich, Christian Schneider, Merte Stork

Kurzbeschreibung: Stadtentwicklungs- und Planungspraxis stehen vor neuen Aufgaben, für die bisherige Vorgehensweisen nur bedingt Lösungen bereithalten. Ein probeweises Vorgehen könnte im Sinne eines "Planung neu Denkens" Lösungswege für die Probleme des ökonomischen und gesellschaftlichen Wandels eröffnen und ermöglichen, neue Formen von Partnerschaften und Teilhabe auszuloten.

Vor diesem Hintergrund richtete das Modellvorhaben STADTerPROBEN den Fokus darauf, Möglichkeiten und Bedingungen eines probeweisen Vorgehens in der Planungspraxis zu untersuchen und herauszuarbeiten. Unter probeweisem Vorgehen oder Erproben wurde hierbei die Bereitschaft verstanden, Testphasen für raumrelevante Veränderungen, andersartige Organisationsformen, Partnerschaften und Denkweisen sowie Ergebnisoffenheit in Stadtentwicklungs- und Planungsprozessen zuzulassen. So können beispielsweise in Form von temporären Einrichtungen im Stadtraum Ideen überprüft, angepasst und auch wieder verworfen werden.

Ziel von STADTerPROBEN war eine vergleichende Analyse von Erfahrungen mit unterschiedlichen Ansätzen des Erprobens. Hierfür wurden bundesweit realisierte Projekte mit Erprobungshintergrund aus unterschiedlichen Handlungsfeldern in Stadtentwicklung und Stadtumbau recherchiert, ausgewählte Fallbeispiele mittels Telefoninterviews und 15 Beispiele vertiefend durch Experteninterviews untersucht und in einer anschließenden Querbetrachtung analysiert. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen von Vertretern aus Stadtverwaltungen im Umgang mit einem probeweisen Vorgehen im praktischen Planungshandeln.

Überdies waren auch die Verständlichkeit und der Umgang mit dem Begriff des Erprobens aus Sicht der Bürger/-innen für das Modellvorhaben STADTerPROBEN von Interesse. Hierfür wurde ein praktisches Projektmodul entwickelt, welches in der Stadt Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen) als offener Ideenwettbewerb umgesetzt wurde. Die Stadtbewohner/-innen waren dabei aufgerufen, sich in ihrem städtischen Umfeld mit eigenen Ideen selbst auszuprobieren. Die Erkenntnisse aus dem Projektmodul flossen anschließend in die wissenschaftliche Auswertung ein.

Im Ergebnis konnten charakteristische Merkmale des Erprobens herausgearbeitet werden, die eine authentische Zustandsbeschreibung des gegenwärtigen Umgangs und den Möglichkeiten bei der Durchführung von Projekten mit Erprobungscharakter innerhalb von kommunalen Stadtentwicklungs- und Stadtumbauprozessen widergeben. Verdeutlicht wurden dabei insbesondere die Gestaltungsspielräume, welche Kommunen bei der Umsetzung eines probeweisen Vorgehens haben, sowie mögliche Grenzen eines solchen Ansatzes.

Projektseite Nationale Stadtentwicklungspolitik

Entdecke die Ecke! – Eck-Akademie Görlitz

Kooperationsprojekt mit der Stadt Görlitz im Rahmen von "Entdecke die Ecke!" (Landesinitiative "Ab in die Mitte! Sachsen")

Laufzeit: Februar 2012 – September 2012

Bearbeitung: Alexa Bodammer, Anna Olbrich

Kurzbeschreibung: Das Projekt "Entdecke die Ecke!" der Stadt Görlitz wurde im Rahmen der sächsischen Landesinitiative "Ab in die Mitte" im Oktober 2011 prämiert und von einer Expertenjury zur Umsetzung empfohlen. Begleitend konzipierte, moderierte und begleitete das Kompetenzzentrum die sogenannte Eck-Akademie in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungs- und Bauordnungsamt Görlitz.

Eckgebäude, vor allem in den Gründerzeitstadtteilen, weisen Merkmale auf, welche eine Nutzung und Sanierung erschweren. Vor allem die rückwärtig schlechte Belichtung und die Lage an Kreuzungen stellen Nachteile dar. Vom aus der demografischen Entwicklung resultierenden Wohnungsüberhang und Leerstand sind Eckgebäude vermehrt betroffen. Jedoch gibt es auch Sanierungsbeispiele, die dieser Ausgangslage zum Trotz eine positive Entwicklung darstellen.

Für acht Görlitzer Eckgebäude mit Leerstand wurden in der Eck-Akademie unkonventionelle Nutzungsoptionen und architektonische Umbaumaßnahmen im Sinne einer Revitalisierung der Gebäude durch vier Planungsbüros entworfen. Zielsetzung der Eck-Akademie war es, durch die Erarbeitung unterschiedlicher exemplarischer Lösungen für Eckhäuser, auszuloten, wie, warum und mit wem eine Revitalisierung der Eckgebäude machbar wäre. Die Entwürfe wurden in einer Expertenrunde begutachtet und in einer Ausstellung in Görlitz präsentiert. Darüber hinaus wurden Fachdiskussionen initiiert und konkrete planerische Hilfen für Hausbesitzer mit Impulsen zur Sanierung erarbeitet.

Revitalisierungsoffensive Kaufhaus Görlitz

Konzeption und Moderation einer Gesprächs- und Workshopreihe für die partizipative Gestaltung einer Revitalisierungsoffensive für das ehemalige Hertie-Kaufhaus in Görlitz im Auftrag der Bürgerinitiative Görlitzer Kaufhaus e.V.

Laufzeit: Januar 2012 – Juni 2012

Bearbeitung: Alexa Bodammer, Merte Stork

Kurzbeschreibung: Kaufhof, Karstadt, Horten, Hertie oder Centrum – Kaufhausketten, die mit ihren Kaufhäusern einst ganze Stadtzentren prägten. In diesem Zuge ist nicht nur das herausragende Görlitzer Jugendstilkaufhaus als Inbegriff für das besondere Einkaufserlebnis im großzügigen Ambiente zu nennen. Deutschlandweit gibt es in den Innenstädten eine Vielzahl solcher Ankerpunkte des Handels. Doch es werden weniger. Mehrere Kaufhausketten zogen sich durch insolvenzbedingte Schließungen bereits gänzlich aus den Innenstädten zurück und hinterließen leerstehende Kaufhäuser in 1a-Lage.

Mit der Schließung des Hertie-Kaufhauses im August 2009 stellt sich auch in Görlitz die dringliche Frage nach der Nachnutzung des Gebäudes. Komplizierte Eigentümerstrukturen, deren zurückhaltende Verkaufs- bzw. Vermietungsbereitschaft und den damit einhergehenden Preisvorstellungen, stellen die Kommune sowie potenzielle Investoren und Betreiber vor die Aufgabe eines langwierigen Revitalisierungsprozesses. Im Auftrag der Bürgerinitiative Görlitzer Kaufhaus e.V. organisierte das Kompetenzzentrum im Frühjahr 2012 eine Vortragsreihe zur Zukunft des ehemaligen Hertie-Kaufhauses in Görlitz. Im Rahmen verschiedener Gesprächs- und Workshop-Formate gaben ausgesuchte Referenten Einblicke in die Rahmenbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten von Kommunen und Bürger/-innen für die Wiederbelebung von innerstädtischem Leerstand, insbesondere von Kaufhausimmobilien.

Neben externen Referenten waren Vertreter/-innen der Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderung, angrenzende Gewerbetreibende, potenziellen Investoren, Bürgervertretungen und im Stadtrat vertretene Parteien der Stadt Görlitz zur Teilnahme eingeladen. Die Veranstaltungen sollten den Teilnehmer/-innen die notwendige Wissensbasis bereitstellen, um anschließend gemeinsam Lösungsansätze für den Standort Görlitz zu erarbeiten. In einem alle Informationen bündelnden Leitfaden wurden die Ergebnisse und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen an die Bürgerinitiative übergeben.

Ergänzt wurde das Projekt durch eine Nutzwertanalyse zum volkswirtschaftlichen Mehrwert des Gebäudes für Stadt, Handel und Bürger/-innen. Diese wurde durch die Professur für Volkswirtschaftslehre der TU Dresden (Prof. Dr. rer pol. habil. Georg Hirte) erstellt und in den Moderationsprozess integriert.

TRINITAS – Stadt-Wert-Schätzung

Modellvorhaben der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), heute BMUB)

Laufzeit: Dezember 2009 – Juli 2011

Bearbeitung: Gunnar Rönsch, Christian Schneider, Merte Stork

Kurzbeschreibung: Das Projekt TRINITAS – Stadt-Wert-Schätzung wurde vom Kompetenzzentrum initiiert und in enger Kooperation mit den Projektpartnern Sächsisches Staatsministerium des Inneren (SMI) und Sächsische Aufbaubank (SAB) sowie den Modellstädten Crimmitschau, Pirna und Plauen durchgeführt.

Mit dem demografischen Wandel sind erhebliche Herausforderungen an die Gestalt sowohl der Gesamtstadt als auch der einzelnen Stadtquartiere gestellt. Eine allein nachfrageorientierte Bestandsentwicklung reicht vielerorts nicht aus, um einer nachhaltigen und kompakten Siedlungsstruktur gerecht zu werden. Umso wichtiger wird die Frage, wie Baukultur in zukünftigen Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen innerhalb der Stadtentwicklung adressiert werden kann. Für einen nachhaltigen Umgang mit dem Bestehenden gilt es daher, die unterschiedlichen Qualitäts- und Interessenbelange aus Baukultur, Ökologie und Ökonomie zu einer neuen Gesamtqualität zusammen zu führen. Den Kommunen kommt hierbei eine besondere Verantwortung zu, die nach innovativen Strategien, Verfahren, und Instrumenten verlangt.

Ziel des Modellvorhabens TRINITAS war die Ermittlung gleichgewichtiger Stadtwerte aus Baukultur, Ökonomie und Ökologie mit der Maßgabe einer langfristigen Betrachtung und nicht auf Basis kurzfristiger Renditen. Im Projektergebnis entstand ein anwendungsorientiertes Instrument, das eine gleichgewichtige Wertschätzung von Stadtquartieren anstrebt und für die quartiersbezogene Festlegung von Handlungsschwerpunkten dienen kann.

Mit der Methode Stadt-Wert-Schätzung wird den Kommunen eine einfache und ergänzende Arbeitshilfe an die Hand gegeben, ohne bewährte Instrumente – wie die integrierten Stadtentwicklungskonzepte – in Frage zu stellen. Abweichend von komplexen statistischen Datenerhebungen bildet die Methode aufgrund des assoziativen Verfahrens vorrangig das Fachwissen in den Kommunen ab und verursacht in der Bearbeitung keinen personellen Mehraufwand. Über die methodische Anwendung eines Kartensets gilt es unter den Beteiligten einen Konsens über Ausgangslage, Potenziale und Defizite von Stadtquartieren zu erarbeiten. Mittels der assoziativen Abfrage entscheiden dabei weniger die Interessen und Positionen des Einzelnen. Vielmehr einigen sich die unterschiedlichen Fachressorts auf gemeinsame Kriterien zur Wertschätzung.

Im Rahmen von Praxistests wurde die Anwendung der Methode Stadt-Wert-Schätzung in ausgesuchten Stadtquartieren unter Einbindung der jeweiligen Fachexperten aus den Pilotstädten Pirna, Plauen und Crimmitschau erfolgreich erprobt. Mit dem Kartenset liegt damit eine erste bewährte Version der Methode Stadt-Wert-Schätzung vor.

Projektseite Nationalen Stadtentwicklungspolitik

stadt.pilot - Magazin zu den Pilotprojekten der Nationalen Stadtentwicklungspolitik - 6/2011 (S. 19)

stadt.pilot - Magazin zu den Pilotprojekten der Nationalen Stadtentwicklungspolitik - 7/2012 (S. 4) 

Planerin – Mitgliederfachzeitschrift für Stadt-, Regional- und Landesplanung – Heft 5/13 (S. 40/41)

Stadtentwicklungskonzepte als Steuerungsinstrument der Städtebauförderung – eine vergleichende Betrachtung im Freistaat Sachsen

Forschungsprojekt (Stufe 1 – Piloterhebung) im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums des Innern (SMI)

Laufzeit: September 2009 – Juli 2010

Bearbeitung: Benno Brandstetter, Anne Pfeil, Gunnar Rönsch, Christian Schneider

Kurzbeschreibung: Städtische Entwicklung ist immer weniger durch Kontinuität, sondern zunehmend durch wachsende Polarisierung, Disparitäten und damit auch durch sektorale Herangehensweisen gekennzeichnet. Eine Möglichkeit, auf die Veränderungen in der Stadtentwicklung adäquat zu reagieren, bietet ein integriertes, fachübergreifendes und auf die Gesamtstadt bezogenes Vorgehen. Mit der Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt wurde 2007 auf politischer Ebene eine europaweite Stärkung der integrierten Stadtentwicklung beschlossen. Im Freistaat Sachsen wurde eine integrierte Stadtentwicklungsplanung bereits seit dem Jahr 2000 angestrebt. Nach Erstellung von Grob- und Feinkonzepten wurden die sächsischen Kommunen seit 2005 aufgefordert, als Fortschreibung dieser Konzepte ein städtebauliches Entwicklungskonzept (SEKo) zu erarbeiten. Das Sächsische Staatsministerium des Innern (SMI) hat dazu eine Arbeitshilfe vorgelegt. In einer vergleichenden Betrachtung ausgewählter sächsischer Städte wurden vorliegende Stadtentwicklungskonzepte in Hinblick auf Struktur, Herangehensweise und Plausibilität analysiert.

Probewohnen Version 2

Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit der WBG Wohnungsbaugesellschaft Görlitz mbH (heute KOMMWOHNEN Görlitz GmbH) und der Stadt Görlitz

Laufzeit: Juni 2009 – September 2010

Bearbeitung: Anne Pfeil, Natalie Thessel

Kurzbeschreibung: Die Projektidee Probewohnen wurde erstmals zwischen 2008 und 2009 als Modellvorhaben der Nationalen Stadtentwicklungspolitik vom Kompetenzzentrum gemeinsam mit der WBG Wohnungsbaugesellschaft Görlitz mbH und dem Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Görlitz umgesetzt. Aufgrund des erfolgreichen Projektverlaufs und den hohen Bewerberzahlen entschlossen sich die Projektpartner im Frühjahr 2009 das Projekt gemeinsam, in leicht modifizierter Form, weiterzuführen.

Im Vordergrund der Begleitstudie des Kompetenzzentrums standen Fragen zu möglichen Zielgruppen für eine Zuwanderung nach Görlitz, zur Wirkungsweise der Projektteilnahme bei den Teilnehmer/-innen und zur Evaluierung der praktischen Umsetzung. Zu diesem Zweck wurde eine schriftliche Teilnehmerbefragung durchgeführt. Von Juni 2009 bis einschließlich August 2010 nahmen insgesamt 201 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland am Projekt teil.

Insgesamt hat sich Probewohnen als ein erfolgreiches Projekt für die Steigerung des Bekannt­heitsgrads der Stadt Görlitz als ein attraktiver Wohnort erwiesen. Die Ergebnisse belegen, dass die Teilnehmer, bis auf wenige Ausnahmen, mit positiven Bildern von der Wohn- und Lebensqualität in der Stadt Görlitz zurückkehren – unabhängig von dem ermittelten Handlungsbedarf im Wohngebiet.

Modellvorhaben: Probewohnen – Zurück in die Gründerstadt

Modellvorhaben der Nationalen Stadtentwicklungspolitik (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), heute BMUB)

Laufzeit: Januar 2008 – September 2009

Bearbeitung: Matthias A. Amann, Anne Pfeil, Christian Schneider, Merte Stork, Natalie Thessel

Kurzbeschreibung: Das Modellvorhaben wurde vom Kompetenzzentrum initiiert und in enger Kooperation mit den zwei Projektpartnern, der WBG Wohnungsbaugesellschaft Görlitz (heute KOMMWOHNEN Görlitz GmbH) und dem Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Görlitz durchgeführt.

Übergeordnete Projektziele bildeten die Reduzierung des Leerstands in Gründerzeitquartieren und das Erproben der behutsamen Umsetzung des politischen Auftrags "Zurück in die Innenstadt" – als Leitthema der Nationalen Stadtentwicklungspolitik.

Probewohnen ermöglichte interessierten Bürger/-innen, die Innenstadt kostenlos für eine Woche als Wohnstandort auszuprobieren. Zwei dauerhaft leer stehende Gründerzeitwohnungen mittleren Standards wurden zum Wohnen auf Probe geöffnet, um Stadtrand- und Umlandbewohner/-innen das Wohnen in der Görlitzer Innenstadt unverbindlich testen zu lassen. Das Gründerzeitquartier wurde so für je eine Woche zur Probe-Heimat von insgesamt 24 teilnehmenden Haushalten. Die Teilnehmer/-innen wurden als "Experten" für die Beurteilung der Wohnqualität im Stadtquartier eingebunden und konnten zugleich ihr persönliches Meinungsbild vom Wohnen in der Innenstadt durch konkrete Alltagserfahrungen überprüfen. Gleichzeitig konnten konkrete Hinweise zur Verbesserung der Wohnungsstandards in den Wohnungen und auch in den Stadtquartieren formuliert werden.

Im Rahmen einer begleitenden sozialwissenschaftlichen Studie wurde verschiedenen Fragenstellungen nachgegangen: Wie lässt sich die Wertschätzung für Innenstadtquartiere in ostdeutschen Städten erhöhen? Wie lassen sich Vorurteile gegenüber Innenstadtquartieren durch Methoden der Selbsterfahrung abbauen? Welche gestalterischen Veränderungen sollten aufgrund der Wohnwünsche in innerstädtischen Wohnquartieren vorgenommen werden?

Im Ergebnis gelang es, das vorherrschende Negativimage von Gründerzeitquartieren zu verbessern und eine breite Öffentlichkeit für die Besonderheiten des innerstädtischen Wohnens zu sensibilisieren. Das Vorhaben fand als Probewohnen Version 2 zwischen 2009 und 2010 seine Fortsetzung.

Der Projektverlauf und die Ergebnisse wurden in einem Dokumentarfilm von der Dresdner Künstlergruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT festgehalten.

Projektseite Nationale Stadtentwicklungspolitik

Zurück in die Innenstadt – Wohnen in Görlitz

Studie in Kooperation mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Görlitz mbH (WBG Görlitz, heute KOMMWOHNEN Görlitz GmbH)

Laufzeit: Juni 2006 – September 2007

Bearbeitung: Benno Brandstetter, Julia Müller

Kurzbeschreibung: Anhand einer schriftlichen Befragung wurden die konkreten Wohnwünsche der Görlitzer Bürgerinnen und Bürger untersucht. Befragt wurden 2.500 per Zufallsprinzip ausgewählte Haushalte der WBG in den Görlitzer Stadtteilen Innenstadt, Königshufen, Rauschwalde, Südstadt und Weinhübel. Rund 350 eingegangene Fragebögen konnten in diesem Rahmen ausgewertet und aufbereitet werden. Das Projekt sollte einen Beitrag zur Stärkung der Innenstädte und zur Aufwertung des Images der Innenstadt als Wohnort bei den Bewohner/-innen leisten.

Konkrete Zielsetzung war es, Kriterien und Ideen für das zeitgemäße Wohnen in der Stadt in enger Verknüpfung mit den Bereichen Arbeiten, Freizeit und städtischen Dienstleistungen zu gewinnen und entsprechende Revitalisierungsstrategien für die Innenstadt zu entwickeln. Zudem wurde angestrebt, gemeinsam mit interessierten Bewohner/-innen und Studierenden neue Ideen für leer stehende Gebäude in den Gründerzeitquartieren zu generieren und ggf. umzusetzen.

Das Projekt war eng mit der Lehre im Sommer- und Wintersemester 2006/07 des Masterstudienganges Denkmalpflege und Stadtentwicklung an der TU Dresden verknüpft: In Studentenentwürfen wurden Revitalisierungsstrategien für ausgewählte innerstädtische Quartiere erarbeitet und Konzepte zu neuen urbanen Wohnformen und anderen Nutzungen für leer stehende Häuser entworfen. Begleitet wurde das Forschungsprojekt von einer Vortragsreihe in Görlitz.

Umgang mit Altbaubeständen im Stadtumbau

Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW), heute BMUB

Laufzeit: Januar 2005 – September 2005

Bearbeitung: Alexa Bodammer, Benno Brandstetter, Julia Müller, Anne Pfeil

Kurzbeschreibung: Das Görlitz Kompetenzzentrum führte 2005 eine Evaluierung des Bund-Länder-Programms "Stadtumbau Ost" durch. Gegenstand der Untersuchung bildete der Umgang mit Altbaubeständen im Programm "Stadtumbau Ost". Anhand von 11 ausgewählten Städten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen wurden exemplarisch die Strategien, Konzepte und Maßnahmen im „Stadtumbau Ost“ untersucht und Empfehlungen formuliert.

In den meisten der untersuchten Städte waren auch Altbauten von einem (geförderten) Rückbau über das Programm "Stadtumbau Ost" betroffen. Die Rahmenbedingungen in den einzelnen Städten und die verschiedene Praxis der einzelnen Bundesländer erforderten eine differenzierte Betrachtung. Anlässlich einer Sondersitzung der Expertengruppe Städtebaulicher Denkmalschutz wurde im März 2006 ein Hearing zu den Ergebnissen des Gutachtens durchgeführt.