Denksalon

Zum jährlichen Denksalon kommen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen, um über aktuelle Themen des Stadtumbaus sowie von Transformationsprozessen in Städten und Regionen zu diskutieren. Kennzeichnend für den Denksalon sind kurze Impulsvorträge aus unterschiedlichen Fachdisziplinen sowie intensive, kleinere Diskussionsrunden in einer offenen Gesprächsatmosphäre. Die übliche Distanz zwischen Referierenden und Zuhörenden wird durchbrochen und ein offener Diskurs aller Beteiligten möglich. Durch das gebündelte Wissen werden neue Stadtentwicklung- und Forschungsperspektiven entwickelt.

Themen

2026 | Schrumpfung und Transformation: Mehr Raum für Nachhaltigkeit und Resilienz in Städten und Regionen?

am 01. und 02. Oktober 2026 im Schlesischen Museum zu Görlitz in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec

Insbesondere Klein- und Mittelstädte in peripheren Lagen waren in den letzten Jahrzehnten von Bevölkerungsrückgängen betroffen. Aktuelle demografische Prognosen lassen erahnen, dass Schrumpfung ein langanhaltendes Phänomen bleiben wird. Die Gewinnung von Fachkräften ist längst zu einer Frage regionaler Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland geworden.

Weil diese demographische Schrumpfung bislang häufig mit einem wirtschaftlichen Abstieg sowie mit tiefgreifenden sozialräumlichen Veränderungen einhergeht, werden schrumpfende Städte und Regionen oft als defizitär, peripherisiert oder abgehängt gedeutet. Solche stigmatisierenden Deutungen prägen wiederum politische Strategien, planerisches Handeln und lokale Identitäten. Schrumpfung erscheint dabei als unerwünschter Zustand, dem mit dem Ziel begegnet wird, sichtbare Spuren der Schrumpfung zu beseitigen und – idealerweise – erneut Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum zu erzeugen.

Der einseitige und pauschale Fokus auf quantitatives Wachstum verstellt jedoch den Blick auf die besonderen Potenziale und Herausforderungen schrumpfender Städte und Regionen. Vielmehr gilt es, die spezifischen transformativen Kapazitäten für eine nachhaltige und resiliente Entwicklung genau dieser Räume zu erkennen. Sowohl hinsichtlich der Lebensqualität, bei Partizipation und Repräsentation, als auch bei der Sicherung von wirtschaftlicher Stabilität und Daseinsvorsorge, dem Umgang mit Abwertungs- und Verlusterfahrungen oder populistischen Einstellungen und Einflussnahme gelten hier andere Bedingungen.

Der Denksalon lädt daher dazu ein, die spezifischen Chancen und Risiken für die schrumpfende Stadt(region) kritisch und konstruktiv zu diskutieren. In Keynote- und Impulsvorträgen aus Forschung und Praxis sowie anschließenden Tischgesprächen stehen folgende Fragestellungen im Fokus:

  • Wie können Städte und Regionen „demografieresilient“ werden, so dass Bevölkerungsrückgang nicht automatisch auch Kürzungen in der Daseinsvorsorge und Rückbau im Gebäudebestand bedeutet?
  • Inwiefern eröffnen leere, ungenutzte Räume auch Potenziale für Lebensqualität, Teilhabe, Resilienz und Innovationen für eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung?
  • Welche Risiken bestehen für eine Ausnutzung durch populistische und rechte Initiativen und welche Erfahrungen bestehen im Umgang damit?