Tri-Land ARENA POLITIK: Gemeinsam in die Zukunft der Grenzregion

Görlitz/Zgorzelec. – Die vierte Tri-Land ARENA zeigte am 10. Dezember eindrucksvoll, wie groß der Bedarf an politischem Austausch im deutsch polnischen Grenzraum ist. Zu den Themen Energiewende und regionale Transformation kamen Politiker*innen des Bundestags, des polnischen Sejm, des sächsischen Landtags und des Görlitzer Kreistages zusammen, um über Strukturpolitik, die energetische Transformation und grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte zu diskutieren.

 „Wir produzieren im Landkreis Görlitz mehr erneuerbare Energie, als wir einspeisen können. Unsere Netze müssen mitwachsen“, betonte Landtagsabgeordnete Franziska Schubert. Gleichzeitig stehen ehemalige Tagebauregionen vor der Herausforderung der Rekultivierung, und ein abgestimmtes grenzüberschreitendes Wassermanagement wird immer wichtiger. Dabei sei ein sozial gerechter Übergang für Beschäftigte im Energiesektor entscheidend.

Ein Thema im Rahmen einer politischen Podiumsdiskussion war die Förderung von Zukunftstechnologien. Sachsen investiert massiv in Mikroelektronik, Halbleiter und neue Industrieprozesse. Bundestagsabgeordneter Florian Oest erklärte: „Die Braunkohlereserven gehen zu Ende – unsere Zukunft liegt in modernen Technologien und einer stabilen, verlässlichen Energieversorgung.“

Auch auf polnischer Seite sieht man Chancen für enge Kooperation: Łukasz Horbatowski, Abgeordneter des Sejm, betonte: „Gemeinsame polnisch-deutsche Energieprojekte sind notwendig. Der derzeit diskutierte Halbleiter-Dreieck-Ansatz zwischen Deutschland, Polen und Tschechien bietet eine reale Chance, europäische Produktionskapazitäten gemeinsam auszubauen.“ Für Zofia Czernow, ebenfalls Abgeordnete des Sejm, steht fest: „Eine klare Strategie ist entscheidend. Ohne transparente Planung gelingt keine stabile Transformation.“ Damit wird deutlich, dass neben Technologie und Infrastruktur auch gesellschaftliches Vertrauen und aktive Bürgerbeteiligung zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transformation sind.

Neben der Energie- und Technologiepolitik rückte auch die Frage der Erreichbarkeit der Region in den Fokus. Die Verkehrsanbindung für Wirtschaft, Pendler*innen und Bewohner*innen gleichermaßen rund um Görlitz/Zgorzelec müsse dringend verbessert werden.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr.-Ing. Robert Knippschild vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e. V. (IÖR), und Leiter des IZS Görlitz. Ein weiterer Programmpunkt war der Beitrag von Joanna Tokarczuk von STORIE aus Zgorzelec, die das Tri-Land-Projekt vorstellte.

Die ARENA machte klar: Der Dreiländerraum hat das Potenzial, sich zu einem europäischen Modellraum für Innovation, Energie und nachhaltige Entwicklung zu entwickeln. Mutige technologische Entscheidungen, attraktive Beschäftigungsperspektiven, moderne Infrastruktur und verlässliche grenzüberschreitende Kooperation sind Voraussetzungen für einen gemeinsamen Erfolg.

Kontakt für Medien:

Prof. Dr. Robert Knippschild (Leiter IZS / IÖR)
r.knippschildioer@ioer.de
Agnieszka Pagels
a.pagelsioer@ioer.de

www.tri-land.eu

Das Projekt „TriLand – Grenzüberschreitendes Transformationszentrum | Transgraniczne Centrum Transformacji“ wird im Rahmen des Europäischen Kooperationsprogramms Interreg Polen-Sachsen 2021–2027 gefördert.